Schulterarthrose (Omarthrose): Ursachen, Symptome und Behandlung
Der Griff ins hohe Regal, das Anziehen der Jacke oder das Waschen der Haare: Bewegungen, die früher selbstverständlich waren, können bei einer Schulterarthrose plötzlich Schmerzen bereiten. Viele Betroffene bemerken zunächst nur eine zunehmende Steifigkeit oder schonen die Schulter unbewusst. Mit der Zeit werden jedoch selbst alltägliche Bewegungen immer schwieriger.
Schulterarthrose gehört zu den häufigsten Ursachen chronischer Schulterschmerzen und betrifft vor allem Menschen ab dem 60. Lebensjahr. Die gute Nachricht: Wird die Erkrankung früh erkannt, lassen sich Beschwerden häufig deutlich lindern und die Beweglichkeit oft über viele Jahre erhalten. Moderne konservative und gelenkerhaltende Therapien können dazu beitragen, eine Operation möglichst lange hinauszuzögern oder sogar zu vermeiden.
Auf dieser Seite erfahren Sie, wie Schulterarthrose entsteht, welche Symptome typisch sind, wie die Diagnose gestellt wird und welche Behandlungsmöglichkeiten heute zur Verfügung stehen – von konservativen Maßnahmen bis hin zu operativen Verfahren.
Was ist Schulterarthrose?
Das Schultergelenk besteht aus dem Oberarmkopf und der Gelenkpfanne des Schulterblatts. Beide Gelenkflächen sind von einer glatten Knorpelschicht überzogen. Dieser Knorpel wirkt wie ein natürlicher Stoßdämpfer: Er verteilt Belastungen gleichmäßig und ermöglicht ein nahezu reibungsloses Gleiten der Gelenkflächen.
Bei einer Schulterarthrose baut sich dieser schützende Knorpel nach und nach ab. Dadurch nimmt die Gleitfähigkeit des Gelenks ab und die Belastung des darunterliegenden Knochens steigt. Mit fortschreitendem Verschleiß entstehen Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und häufig auch Entzündungsreaktionen im Gelenk.
Grundsätzlich unterscheiden Ärzte zwischen zwei Formen der Schulterarthrose:
Primäre Schulterarthrose entsteht ohne eindeutig erkennbare Ursache. Meist spielen das Alter, genetische Veranlagung und die natürliche Abnutzung des Gelenks eine Rolle.
Sekundäre Schulterarthrose entwickelt sich infolge einer anderen Erkrankung oder Verletzung, beispielsweise nach einem Oberarmkopfbruch, einer Schulterluxation, einer Schädigung der Rotatorenmanschette oder entzündlichen Gelenkerkrankungen
Die Schulter ist das beweglichste Gelenk des menschlichen Körpers. Gerade diese enorme Beweglichkeit ermöglicht einen großen Aktionsradius im Alltag und beim Sport. Gleichzeitig ist das Gelenk dadurch anfälliger für Verschleiß und Verletzungen als viele andere Gelenke.
Schulterarthrose kurz erklärt:
Schulterarthrose, auch Omarthrose genannt, bezeichnet den fortschreitenden Verschleiß des Gelenkknorpels im Schultergelenk. Dadurch gleiten Oberarmkopf und Gelenkpfanne nicht mehr reibungslos aufeinander. Die Folge sind Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und eine zunehmende Steifigkeit der Schulter. Je früher die Erkrankung erkannt wird, desto besser lässt sich ihr Fortschreiten häufig verlangsamen.
Unsere Behandlungsphilosophie: Gelenkerhalt vor Gelenkersatz
Deshalb prüfen wir zunächst alle konservativen und regenerativen Behandlungsmöglichkeiten, bevor wir über einen operativen Eingriff sprechen. Ziel ist es, Schmerzen zu lindern, die Beweglichkeit zu verbessern und den Gelenkverschleiß möglichst zu verlangsamen.
Eine Schulterprothese empfehlen wir erst dann, wenn konservative Maßnahmen nicht mehr ausreichend helfen und die Beschwerden den Alltag dauerhaft erheblich einschränken. Gemeinsam mit Ihnen entscheiden wir auf Grundlage einer sorgfältigen Diagnostik, welche Behandlung in Ihrer individuellen Situation medizinisch sinnvoll ist.
Ursachen: Wie entsteht Schulterarthrose?
Primäre Schulterarthrose
Bei der primären Schulterarthrose lässt sich keine eindeutige Ursache feststellen. Der Gelenkknorpel nutzt sich über viele Jahre langsam ab.
Begünstigt wird dieser Prozess unter anderem durch:
- zunehmendes Alter
- genetische Veranlagung
- langjährige Belastung des Schultergelenks
- natürliche Verschleißprozesse
Sekundäre Schulterarthrose
Bei der sekundären Schulterarthrose liegt eine konkrete Ursache zugrunde. Häufig entsteht sie infolge von Verletzungen oder anderen Erkrankungen der Schulter.
Zu den häufigsten Auslösern zählen:
- Oberarmkopfbrüche oder andere Knochenverletzungen
- Schulterluxationen (Auskugelungen)
- Schäden der Rotatorenmanschette
- chronische Überlastung im Beruf oder beim Sport
- entzündliche Gelenkerkrankungen wie Rheuma oder Arthritis
- frühere Operationen an der Schulter
Symptome: Woran erkennen Sie Schulterarthrose?
Eine Schulterarthrose entwickelt sich meist schleichend. Anfangs treten Beschwerden häufig nur bei bestimmten Bewegungen oder nach stärkerer Belastung auf. Mit fortschreitendem Knorpelverschleiß können die Schmerzen jedoch zunehmen und schließlich auch in Ruhe oder nachts auftreten.
Zu den typischen Symptomen einer Schulterarthrose gehören:
- Schmerzen bei Bewegungen über Schulterhöhe
- Schmerzen beim Anziehen einer Jacke oder beim Haarewaschen
- Beschwerden beim Griff ins hohe Regal
- morgendliche Steifigkeit oder Anlaufschmerzen
- eingeschränkte Beweglichkeit der Schulter
- Knirsch oder Reibegeräusche im Gelenk
- Schmerzen, die in Nacken, Oberarm oder Rücken ausstrahlen können
- nachlassende Kraft im betroffenen Arm
Viele Patienten berichten außerdem, dass sie den Sicherheitsgurt nur noch schwer erreichen, den BH nicht mehr schließen können oder alltägliche Arbeiten über Kopf zunehmend vermeiden. Solche Veränderungen entwickeln sich oft schleichend und werden zunächst als normale Alterserscheinung wahrgenommen.
Je früher Schulterarthrose erkannt wird, desto größer sind die Möglichkeiten, Beschwerden zu lindern und die Funktion
des Gelenks langfristig zu erhalten.
Diagnose: Wie wird Schulterarthrose festgestellt?
Nicht jede schmerzende Schulter ist von Arthrose betroffen. Auch Erkrankungen der Sehnen, Muskeln oder Schleimbeutel können ähnliche Beschwerden verursachen. Deshalb ist eine sorgfältige Diagnostik entscheidend, um die tatsächliche Ursache Ihrer Schmerzen zu erkennen.
Am Beginn steht ein ausführliches Arzt Patient Gespräch. Dabei sprechen wir über Ihre Beschwerden, deren Verlauf, frühere Verletzungen und bestehende Erkrankungen. Anschließend untersuchen wir Ihre Schulter gezielt auf Beweglichkeit, Kraft, Stabilität und schmerzhafte Bereiche.
Je nach Befund ergänzen wir die Untersuchung durch moderne bildgebende Verfahren:
Das Röntgenbild zeigt Veränderungen des Gelenkspalts, knöcherne Anbauten (Osteophyten) sowie den Grad des Gelenkverschleißes und bildet die Grundlage der Arthrosediagnostik.
Die Magnetresonanztomographie liefert strahlungsfrei detaillierte Informationen über Knorpel, Sehnen, Muskeln und weitere Weichteilstrukturen. Sie kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn der Verdacht auf zusätzliche Schäden besteht.
Schulterarthrose oder eine andere Erkrankung?
Schulterschmerzen haben viele mögliche Ursachen. Neben einer Schulterarthrose können unter anderem auch eine Kalkschulter, eine Rotatorenmanschettenruptur, ein Impingement Syndrom oder eine Schleimbeutelentzündung hinter den Beschwerden stecken.
Da sich diese Erkrankungen teilweise sehr ähnlich äußern, betrachten wir die Schulter immer als funktionelle Einheit. Nur wenn die tatsächliche Ursache feststeht, kann die Behandlung gezielt und erfolgreich erfolgen
Ihr Weg zur Behandlung bei Proarthros in Berlin
1. Ausführliches Erstgespräch
Zunächst sprechen wir über Ihre Beschwerden, deren Verlauf sowie frühere Verletzungen oder Behandlungen.
2. Gründliche Untersuchung
Anschließend untersuchen wir die Beweglichkeit, Stabilität und Funktion Ihrer Schulter und prüfen, welche Strukturen die Beschwerden verursachen könnten.
3. Moderne Diagnostik
Je nach Befund ergänzen wir die Untersuchung durch Ultraschall sowie bei Bedarf durch MRT oder weitere bildgebende Verfahren.
4. Individuelle Therapieplanung
Auf Grundlage aller Untersuchungsergebnisse besprechen wir gemeinsam mit Ihnen die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten und erstellen einen Therapieplan, der zu Ihrer persönlichen Situation passt.
woher Ihre Beschwerden kommen und welche Schritte sinnvoll sind.“
Behandlung: Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?
Welche Behandlung bei einer Schulterarthrose sinnvoll ist, hängt unter anderem vom Ausmaß des Knorpelverschleißes, Ihren Beschwerden und Ihren persönlichen Zielen ab. Während sich frühe Stadien häufig erfolgreich konservativ behandeln lassen, kann bei fortgeschrittener Arthrose in einigen Fällen eine Operation notwendig werden.
Bei Proarthros verfolgen wir grundsätzlich einen gelenkerhaltenden Ansatz. Unser Ziel ist es, Schmerzen zu lindern, die Beweglichkeit zu verbessern und Ihr natürliches Schultergelenk möglichst lange zu erhalten. Eine Operation empfehlen wir erst dann, wenn konservative und regenerative Verfahren nicht mehr ausreichend helfen.
Konservative Behandlung
- Ziel: Schmerzen lindern und Beweglichkeit erhalten
- Bei leichter bis mittelschwerer Arthrose
- Physiotherapie, Medikamente, Injektionen, Stammzelltherapie
- Schmerzen zu reduzieren
- die Beweglichkeit der Schulter zu erhalten oder zu verbessern
- Entzündungen zu verringern
- das Fortschreiten des Gelenkverschleißes möglichst zu verlangsamen
Operative Behandlung
- Ziel: Gelenkfunktion wiederherstellen
- Bei fortgeschrittener Arthrose mit hohem Leidensdruck
- Arthroskopie oder Schulterprothese
Selbsthilfe: Was können Sie selbst tun?
Übungen für zu Hause
Viele Betroffene schonen ihre Schulter aus Angst vor Schmerzen. Tatsächlich führt eine dauerhafte Schonhaltung häufig dazu, dass die Muskulatur abbaut und die Beweglichkeit weiter eingeschränkt wird.
Regelmäßige, gelenkschonende Übungen können dagegen helfen, die Schulter beweglich zu halten und Schmerzen zu reduzieren.
Geeignet sind beispielsweise:
- Pendelübungen zur sanften Mobilisation
- Dehnübungen für die Schulter und Brustmuskulatur
- leichte Kräftigungsübungen, zum Beispiel mit einem Theraband
- Beweglichkeitsübungen ohne Zusatzgewicht
Alltag und Schlaf
Auch kleine Veränderungen im Alltag können die Schulter entlasten.
Hilfreich ist es,
- schwere Lasten möglichst nah am Körper zu tragen
- ruckartige Bewegungen zu vermeiden
- längere Arbeiten über Kopf zu reduzieren
- regelmäßig die Schulter zu bewegen und nicht dauerhaft ruhigzustellen
- den Arbeitsplatz ergonomisch einzurichten
Für einen erholsamen Schlaf empfiehlt es sich, möglichst auf dem Rücken oder auf der gesunden Seite zu schlafen. Ein Kissen unter dem betroffenen Arm kann das Schultergelenk zusätzlich entlasten.
Wärmeanwendungen helfen häufig bei muskulären Verspannungen. Bei akuten Entzündungsreaktionen empfinden viele Patienten dagegen Kälte als angenehmer.
Ernährung bei Schulterarthrose
Eine ausgewogene Ernährung kann eine medizinische Behandlung zwar nicht ersetzen, sie kann den Körper jedoch dabei unterstützen, Entzündungsprozesse günstig zu beeinflussen.
Empfohlen werden unter anderem:
- Omega 3 Fettsäuren, beispielsweise aus Lachs, Makrele oder Leinöl
- Gemüse und Obst
- Vollkornprodukte
- Nüsse und Hülsenfrüchte
Sport mit Schulterarthrose: Was ist möglich?
- Schwimmen, insbesondere Rückenschwimmen
- Aquajogging
- Radfahren
- Wandern
- Tanzen
- leichtes Joggen
- Handball
- Basketball
- Squash
- Klettern
- Turnen
- Krafttraining mit hohen Gewichten
- Kampfsport
Wann sollten Sie zum Arzt?
- Schulterschmerzen trotz Schonung bestehen bleiben
- die Beweglichkeit zunehmend eingeschränkt ist
- Nachtschmerzen Ihren Schlaf stören
- Sie Kraft im Arm verlieren
- alltägliche Bewegungen immer schwerer fallen
Häufige Fragen zur Schulterarthrose
Was kann man gegen Schulterarthrose tun?
Je nach Stadium kommen Physiotherapie, Medikamente, Injektionen, gezielte Übungen und bei geeigneten Patienten auch regenerative Verfahren wie die Stammzelltherapie infrage. Erst wenn diese Maßnahmen nicht mehr ausreichend helfen, wird eine Operation in Betracht gezogen.
Ist Schulterarthrose heilbar?
Nein. Der bereits entstandene Knorpelschaden lässt sich derzeit nicht vollständig rückgängig machen. Ziel der Behandlung ist es, Schmerzen zu lindern, die Beweglichkeit möglichst lange zu erhalten und das Fortschreiten der Arthrose zu verlangsamen.
Kann Schulterarthrose ohne Operation behandelt werden?
In vielen Fällen ja. Besonders in frühen und mittleren Stadien lassen sich die Beschwerden häufig über längere Zeit konservativ behandeln. Welche Therapie sinnvoll ist, hängt vom individuellen Befund ab.
Kann eine Stammzellentherapie bei Schulterarthrose helfen?
Bei geeigneten Patienten kann die Stammzelltherapie eine gelenkerhaltende Behandlungsoption darstellen. Ob sie infrage kommt, hängt unter anderem vom Ausmaß des Knorpelschadens und weiteren individuellen Faktoren ab und wird im Rahmen einer ausführlichen Untersuchung beurteilt
Wohin können die Schmerzen ausstrahlen?
Die Schmerzen können vom Schultergelenk in den Oberarm, den Nacken oder den oberen Rücken ausstrahlen. Dadurch wird die eigentliche Ursache der Beschwerden nicht immer sofort erkannt.
Wie sollte ich mit Schulterarthrose schlafen?
Am angenehmsten ist häufig die Rückenlage oder das Schlafen auf der gesunden Seite. Ein Kissen unter dem betroffenen Arm kann helfen, das Schultergelenk zu entlasten.
Was ist der Unterschied zwischen einer Kalkschulter und Schulterarthrose?
Bei einer Kalkschulter verursachen Kalkablagerungen in den Sehnen Beschwerden. Bei einer Schulterarthrose ist dagegen der Gelenkknorpel verschlissen. Beide Erkrankungen können ähnliche Symptome verursachen, erfordern jedoch unterschiedliche Behandlungen.
Welche Bewegungen sollte ich vermeiden?
Vermeiden Sie vor allem ruckartige Überkopfbewegungen, schweres Heben sowie Sportarten mit hohen Belastungen der Schulter. Regelmäßige, kontrollierte Bewegung ist dagegen meist sinnvoll und unterstützt den Erhalt der Gelenkfunktion.
Schulterarthrose früh behandeln und Beweglichkeit erhalten
Schulterarthrose muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass eine Operation erforderlich wird. Wird die Erkrankung früh erkannt, lassen sich Beschwerden häufig mit konservativen und gelenkerhaltenden Behandlungsmethoden deutlich lindern.
Bei Proarthros nehmen wir uns Zeit für eine sorgfältige Diagnostik und entwickeln gemeinsam mit Ihnen einen individuellen Behandlungsplan. Unser Ziel ist es, Schmerzen zu reduzieren, Ihre Beweglichkeit zu erhalten und Ihr natürliches Schultergelenk möglichst lange zu bewahren.
Vereinbaren Sie jetzt einen Termin bei uns in Berlin und lassen Sie Ihre Schulterbeschwerden fachärztlich untersuchen.